
Dokfah Nai Meu Maan (Mysterious Object at Noon)
Apichatpong Weerasethakul, TH 2000; Drehbuch, Schnitt: Apichatpong Weerasethakul; Kamera: Apichatpong Weerasethakul, Prasong Klinborrom; Darsteller*innen: Somsri Pinyopol, Kannikar Narong, Chakree Duangklao, To Hanudomlapr, Duangjai Hiransri. 35mm, sw, 89 min. Thailändisch mit engl. UTDas Langfilmdebüt einer der faszinierendsten Stimmen im Gegenwartskino. Der "dokumentarische" Beginn dieser Reise von Bangkok gen Süden weicht bald einem unvorhersehbaren, aus dem kollektiven Unbewussten aufsteigenden Fakt-Fiktion-Fantasie-Bastard: Unterwegs hört der Regisseur eine Geschichte, die er von den anderen Menschen, die er trifft, nach Belieben weiterspinnen lässt. Der Originaltitel bedeutet übersetzt: "Himmlische Blume in Teufelshand" – und Dokfah, himmlische Blume, heißt auch die Frau, die in der wild mutierenden Story-in-der-Story als Lehrerin eines querschnittgelähmten Jungen auftaucht. Der Filmtitel würde zu einem archetypischen Thai-Melodram passen, aber in den Händen Weerasethakuls, des einfallsreichsten Neudeuters der Nationaltradition, wird daraus viel mehr: eine Musical-Darbietung, aus der ein Schul-Spiel entsteht, aus dem ein Zeichensprache-Dialog wird. Ein einzigartiger Film. (C.H.)
Restaurierte Fassung des Österreichischen Filmmuseums von 2013