
Paths of Glory
Stanley Kubrick, US 1957; Drehbuch: Stanley Kubrick, Calder Willingham, Jim Thompson nach dem Roman von Humphrey Cobb; Kamera: Georg Krause; Schnitt: Eva Kroll; Musik: Gerald Fried; Darsteller*innen: Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou, George Macready, Wayne Morris. 35mm, sw, 87 min. EnglischEin Werk von nachdrücklicher Wucht und unnachgiebiger Haltung, so kompromisslos, dass es unter anderem in Frankreich für 20 Jahre verboten wurde. Paths of Glory ist weniger ein Beitrag zur Gattung "Antikriegsfilm" (deren liberal-humanistische Lösungsstrategien Kubrick skeptisch zurückweist) als eine beißende Attacke auf die Unmenschlichkeit der Militärhierarchie per se: In der Sicherheit eines prächtigen Schlosses liefern sich die Offiziere interne Machtkämpfe, während draußen die Soldaten in sinnlosen Angriffswellen verheizt werden. Kulminationspunkt ist eine absurde Gerichtsverhandlung von himmelschreiender Ungerechtigkeit, in der die Rekruten endgültig zu Schachfiguren degradiert werden. Der meisterlichen Beherrschung filmischer Zeit im Vorgängerfilm The Killing stellt Kubrick hier die souveräne Beherrschung filmischen Raums zur Seite. (C.H.)
Einführung von Christoph Huber am 18.5.2026