
A hora da estrela (Sternstunde)
Suzana Amaral, BR 1985; Drehbuch: Suzana Amaral, Alfredo Oroz nach dem Roman von Clarice Lispector; Kamera: Edgar Moura; Schnitt: Idê Lacreta; Musik: Marcus Vinicius; Darsteller*innen: Marcélia Cartaxo, Sônia Guedes, Umberto Magnani, José Dumont, Tamara Taxman, Fernanda Montenegro. 35mm, Farbe, 94 min. Portugiesisch mit engl. UTMacabéa weiß nicht viel von der Welt und den Dingen, die man gemeinhin für wichtig hält. Auch ihre Vorstellung vom Glück hat etwas erschütternd Schlichtes: Cola. So wundert es nicht, dass sich ihr Leben seit ihrem Umzug vom ruralen Nordosten Brasiliens nach São Paulo trotz gutem Start immer weiter verschlechtert – doch Macabéa verzweifelt nicht. Sie ist eine von vielen Millionen gutwilliger Menschen, die diesen Planeten in Umständen bewohnen, die man als ihrer unwürdig zu bezeichnen hat. Suzana Amaral lernte einige von ihnen kennen, als sie ein TV-Feature über Arbeiterinnen in São Paulo machte, und erkannte sie wieder in den Schriften der großen (gebürtigen Ukrainerin) Clarice Lispector, deren gleichnamigen Klassiker über die Sehnsüchte der Ausgebeuteten sie hier adaptierte. Man sollte sich hüten, Macabéas Geschichte allein als proletarische zu lesen. (O.M.)