
Beautiful Thing
Hettie MacDonald, GB 1996; Drehbuch: Jonathan Harvey nach seinem Theaterstück; Kamera: Chris Seager; Schnitt: Don Fairservice; Musik: John Altman; Darsteller*innen: Glen Berry, Linda Henry, Scott Neal, Tameka Empson, Ben Daniels. 35mm, Farbe, 92 min. Englisch mit dt. UTGedacht als Stadt für das 21. Jahrhundert diente der brutalistische Sozialbau Thamesmead in London bereits Stanley Kubrick als Kulisse für A Clockwork Orange. 25 Jahre später inszeniert Hettie MacDonald in denselben grauen Stiegenhäusern und Verbindungsgängen den auf einem Theaterstück basierenden Coming-of-Age-Film Beautiful Thing. Allerdings in der bunten, hoffnungsvollen Stimmung der 1990er Jahre. Es ist flirrend heiß: Jamie verbirgt seine Homosexualität, seine alleinerziehende Mutter, eine Göttin der Schlagfertigkeit, träumt vom eigenen Pub. Als der Nachbarsjunge Ste von seinem Bruder brutal zusammengeschlagen wird, nimmt sie ihn auf und quartiert ihn in Jamies Zimmer ein. Beautiful Thing ist voll pointierter Dialoge und die exzentrischen Nebenfiguren wie Leah, die (drogeninduziert oder aus schierer Langeweile) glaubt, Mama Cass zu sein, halten dieses Dokument über Homosexualität und Vorurteile zeitlos. (A.K.L.)