Postadresse: 2640 Schlöglmühl, 1990, Egon Humer (Foto: Prisma Film)

Postadresse: 2640 Schlöglmühl

Egon Humer, AT 1990; Drehbuch: Egon Humer; Kamera: Peter Freiß; Schnitt: Karina Ressler. 16mm, Farbe, 85 min. Deutsch
 
Das Verschwinden einer Fabrik, damit verbunden das Auseinanderbrechen der sozialen Struktur einer Ortschaft: Dies ist, mit der bahnbrechenden Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal" als Referenz, Ausgangspunkt von Egon Humers filmischem Essay. "Fraglos ergründet Humer im Wohnalltag der Menschen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit und findet dafür wahrhafte Bilder. (...) Arbeitslosigkeit trifft das Individuum, beruht aber gleichzeitig auf wirtschaftlichem Kalkül, das den Einzelnen aus seiner Argumentation ausschließt. Für die Betroffenen eine Ungeheuerlichkeit und ein Betrug, für die Allianz aus Landespolitik, Gewerkschaft und Medien weniger als eine Fußnote. So bleiben die Gesichter derjenigen, die ihre Arbeit verloren, müde, ihre Hände greifen ins Leere. Humer trägt seinen Protest unaufdringlich vor. Ein Zugewinn an Schärfe und Zusammenhang." (E.B.)