
Ten Seconds to Hell
Robert Aldrich, GB/US/DE 1959; Drehbuch: Robert Aldrich, Teddi Sherman nach dem Roman The Phoenix von Lawrence Bachmann; Kamera: Ernest Laszlo; Schnitt: Henry Richardson, James Needs; Musik: Kenneth V. Jones; Darsteller*innen: Jack Palance, Jeff Chandler, Martine Carol, Robert Cornthwaite, Wesley Addy. DCP (von 35mm), sw, 94 min. EnglischDieser packende Bombenentschärfungs-Thriller nimmt Elemente von Kathryn Bigelows The Hurt Locker vorweg, aber Aldrich war mit dem Ergebnis unglücklich, weil der fertige Film von den Produzenten gekürzt wurde. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg werden sechs ehemalige deutsche Soldaten von den britischen Besatzern angeheuert, um nicht detonierte Sprengsätze in Berlin zu entfernen. Sie lassen sich auf eine Wette ein: Nach drei Monaten soll die Hälfte ihres Gehalts unter den Überlebenden aufgeteilt werden. Zwischen dem desillusionierten Idealisten Fritz Koertner (Jack Palance) und dem Zyniker Karl Wirtz (Jeff Chandler) beginnt ein Ringen um die Vormachtstellung – eine Konfrontation zweier Weltanschauungen. Ten Seconds to Hell ist auch eine düstere Trümmerfilm-Variation auf Henri-Georges Clouzots Klassiker Le salaire de la peur: existenzieller Suspense im Wechselspiel von Hochspannungsszenen und Seelendrama. (C.H.)
Einführung von Christoph Huber am 5.11.2026