In Person:
Peggy Ahwesh
16. und 17. September 2026
Seit den 1970er Jahren arbeitet die US-amerikanische Medienkünstlerin Peggy Ahwesh (*1954) mit den unterschiedlichsten Technologien, um deren Materialität und Ästhetik für ihre Themen auszuloten. Sie studierte am Antioch College bei Avantgardefilm-Legende Tony Conrad und begann mit Super-8-Homemovies in der Punkszene von Pittsburgh. Später, nach ihrer Übersiedelung nach New York, filmte sie mit 16mm, Video und sogar PixelVision, bevor sie sich auch gefundenes Material aneignete.
Nach dem College organisierte Ahwesh Filmvorführungen und lud als ersten Gast George A. Romero ein, der sie sogleich als Produktionsassistentin für seinen Film Creepshow (1982) engagierte. Sie liebte das Genrekino und insbesondere den Horrorfilm für seine fantastischen und extremen Bild- und Toneffekte.
Der Einfluss dieser Leidenschaft manifestierte sich in einigen ihrer Filme, ohne dass sie die erzählerischen Traditionen des Genres übernahm. Vielmehr entwickelte sie eine filmische Sprache, die sich eindeutigen Kategorisierungen bewusst verweigert. In der Bildenden Kunst würde sie vielleicht der Arte Povera zugeordnet werden, da ihre Mittel immer einfach und oft improvisiert sind. So versammelt sie wiederholt ihre Freundinnen als Protagonistinnen und wählt Kameraeinstellungen, die nie ein ästhetisch ansprechendes Bild der Realität vermitteln wollen.
Peggy Ahwesh charakterisiert ihr feministisch geprägtes Schaffen als eine weibliche Perspektive, ihre Darstellerinnen können ein alltägliches Dasein von Frauen ohne Tabus und wider die kulturellen Codes zeigen und aus eigenen Erfahrungen schöpfen: "I twist theory to suit my purposes and make subjective the rules of filmmaking and representation – various techniques that are a critique of the dominating (patriarchal) mode in support of women in their reign, pleasure and control of the film screen."
In den 2000er Jahren wird der Computer zu Ahweshs wichtigstem Werkzeug. So montierte sie das berühmte She Puppet (2001) aus Material, das sie direkt von ihrem Computer aufnahm, während sie das Videospiel Tomb Raider mit der Superheldin Lara Croft spielte. Auf YouTube entdeckte sie die computergenerierten Bilder (CGI) eines taiwanesischen Animationlabels, das reale Ereignisse für einen Newskanal nachstellte. Die emotionslosen und simplifizierten Szenen eröffneten ihr die Möglichkeit, sie in subjektiver und kritischer Auseinandersetzung mit geopolitischen und ökologischen Inhalten zu recyclen. Mit diesen Arbeiten erweiterte Ahwesh ihre Medienerforschungen abermals und betrat das Terrain der Bildenden Kunst mit Ausstellungen in unterschiedlichen Formaten.
Als sie das Sammeln von Bildern und Stimmungen mit der Kamera vermisste, verband sie diese Suche mit zahlreichen Reisen in den Mittleren Ostenund innerhalb der USA, vor allem aber in die Gebiete der abgedrängten palästinensischen Bevölkerung nach Gaza und die Westbank, um in essayistischer Form über Lebensbedingungen nachzudenken.
Seit 1990 lehrte Peggy Ahwesh Film und elektronische Kunst am Bard College, sie gilt als eine der einflussreichsten experimentellen Filmemacherinnen der USA, ihre Werke werden weltweit gezeigt und ausgestellt. Endlich sind die großartigen und variationsreichen Arbeiten der Medienkünstlerin auch in Wien zu sehen. (Brigitta Burger-Utzer)
In Anwesenheit von Peggy Ahwesh
Seit den 1970er Jahren arbeitet die US-amerikanische Medienkünstlerin Peggy Ahwesh (*1954) mit den unterschiedlichsten Technologien, um deren Materialität und Ästhetik für ihre Themen auszuloten. Sie studierte am Antioch College bei Avantgardefilm-Legende Tony Conrad und begann mit Super-8-Homemovies in der Punkszene von Pittsburgh. Später, nach ihrer Übersiedelung nach New York, filmte sie mit 16mm, Video und sogar PixelVision, bevor sie sich auch gefundenes Material aneignete.
Nach dem College organisierte Ahwesh Filmvorführungen und lud als ersten Gast George A. Romero ein, der sie sogleich als Produktionsassistentin für seinen Film Creepshow (1982) engagierte. Sie liebte das Genrekino und insbesondere den Horrorfilm für seine fantastischen und extremen Bild- und Toneffekte.
Der Einfluss dieser Leidenschaft manifestierte sich in einigen ihrer Filme, ohne dass sie die erzählerischen Traditionen des Genres übernahm. Vielmehr entwickelte sie eine filmische Sprache, die sich eindeutigen Kategorisierungen bewusst verweigert. In der Bildenden Kunst würde sie vielleicht der Arte Povera zugeordnet werden, da ihre Mittel immer einfach und oft improvisiert sind. So versammelt sie wiederholt ihre Freundinnen als Protagonistinnen und wählt Kameraeinstellungen, die nie ein ästhetisch ansprechendes Bild der Realität vermitteln wollen.
Peggy Ahwesh charakterisiert ihr feministisch geprägtes Schaffen als eine weibliche Perspektive, ihre Darstellerinnen können ein alltägliches Dasein von Frauen ohne Tabus und wider die kulturellen Codes zeigen und aus eigenen Erfahrungen schöpfen: "I twist theory to suit my purposes and make subjective the rules of filmmaking and representation – various techniques that are a critique of the dominating (patriarchal) mode in support of women in their reign, pleasure and control of the film screen."
In den 2000er Jahren wird der Computer zu Ahweshs wichtigstem Werkzeug. So montierte sie das berühmte She Puppet (2001) aus Material, das sie direkt von ihrem Computer aufnahm, während sie das Videospiel Tomb Raider mit der Superheldin Lara Croft spielte. Auf YouTube entdeckte sie die computergenerierten Bilder (CGI) eines taiwanesischen Animationlabels, das reale Ereignisse für einen Newskanal nachstellte. Die emotionslosen und simplifizierten Szenen eröffneten ihr die Möglichkeit, sie in subjektiver und kritischer Auseinandersetzung mit geopolitischen und ökologischen Inhalten zu recyclen. Mit diesen Arbeiten erweiterte Ahwesh ihre Medienerforschungen abermals und betrat das Terrain der Bildenden Kunst mit Ausstellungen in unterschiedlichen Formaten.
Als sie das Sammeln von Bildern und Stimmungen mit der Kamera vermisste, verband sie diese Suche mit zahlreichen Reisen in den Mittleren Ostenund innerhalb der USA, vor allem aber in die Gebiete der abgedrängten palästinensischen Bevölkerung nach Gaza und die Westbank, um in essayistischer Form über Lebensbedingungen nachzudenken.
Seit 1990 lehrte Peggy Ahwesh Film und elektronische Kunst am Bard College, sie gilt als eine der einflussreichsten experimentellen Filmemacherinnen der USA, ihre Werke werden weltweit gezeigt und ausgestellt. Endlich sind die großartigen und variationsreichen Arbeiten der Medienkünstlerin auch in Wien zu sehen. (Brigitta Burger-Utzer)
In Anwesenheit von Peggy Ahwesh