Die Nacht singt ihre Lieder, 2004, Romuald Karmakar

Collection on Screen:

Durch die Nacht

6. Dezember 2026 bis 4. Jänner 2027

Der Zeit zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen haftet nicht nur ob ihrer Schattenwelten etwas Geheimnisvolles an. Jenseits der Betriebsamkeit des Tages scheinen in der Nacht mitunter andere Gesetze zu herrschen. Nicht nur melancholische Vampire wagen sich aus ihren Verstecken (Near Dark, 1987, Kathryn Bigelow), auch ein Schlafwandler bringt nächtens die Welt aus den Fugen (Das Cabinet des Dr. Caligari, 1920, Robert Wiene) und After-Work-Zufallsbekanntschaften führen zu psychischen Ausnahmesituationen (After Hours, 1985, Martin Scorsese). Liebesbeziehungen können während der dunklen Stunden in die eisige Katastrophe (The Ice Storm, 1997, Ang Lee; Die Nacht singt ihre Lieder, 2004, Romuald Karmakar) und in die urbane Leichtigkeit driften (Chungking Express, 1994, Wong Kar-wai; Before Sunrise, 1995, Richard Linklater) – oder sie bleiben in der Schwebe (Toute une nuit, 1982, Chantal Akerman). Für manche ist die Nacht Fluchtpunkt, für andere bietet sie verheißungsvolle Freiräume (Nachtschichten, 2010, Ivette Löcker; Phaidros, 2018, Mara Mattuschka). Und dann ist da noch die endlose Finsternis des Weltalls, die die menschliche Vorstellungskraft herausfordert (Alien, 1979/2003, Ridley Scott; ★, 2026, Johann Lurf). Vor manchen Filmen setzen kurze Werke Akzente in der künstlerischen Untersuchung von Dunkelheit und Licht. (Andrea Pollach)
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