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Di, 05. Mai 2026

Neues "Was ist Film"-Programm

Wir freuen uns, für das Finale der Spielzeit 2025/26 des Zyklischen Programms Was ist Film ein zusätzliches Programm ankündigen zu können.

Als Peter Kubelka 1995 Was ist Film konzipierte, ging es ihm darum, den Film als eigenständige Kunstgattung und Werkzeug, das neue Denkweisen vermittelt, durch Beispiele zu erschließen. Am 12. Mai 2026 präsentieren wir um 18:00 ein neues Programm 63, in dem Peter Kubelka zwei herausragende 16mm-Filme zueinander in Beziehung setzt, die beide auf die Grundbedingungen und Elemente des Films rekurrieren.

Peter Kubelka, dessen Filme um 20:30 mit dem Programm 64 die diesjährige Präsentation des Zyklus beschließen, wird zu beiden Veranstaltungen eine Einführung halten. Albert Sackl wird zur Aufführung seines Films anwesend sein.

Dazu Peter Kubelka:
alle filme des zyklus WAS IST FILM haben eines gemeinsam:
sie haben gedanken ermöglicht, die durch kein anderes medium form gefunden haben oder form hätten finden können. sie beweisen die autarke, unersetzbare position des analogen films, seinen beitrag zur evolution des menschlichen denkens.
am 12. Mai 2026 um 18h wird der zyklus WAS IST FILM um ein letztes, lang geplantes programm ergänzt.
guy fihman: ultrarouge-infraviolet, 1974, 16mm, 31min
albert sackl: vom innen; von aussen, 2006, 16mm, 20min
die filme sind ohne ton. fihman nannte den seinen polemisch "silencieux", "still" im gegensatz zum gebräuchlichen "muet", "stumm", auch im deutschen eine abschätzige bezeichnung.
sackl bezeichnet seinen stummfilm als film. nichts fehlt.
beide werke bieten der wortsprache keinen zugriff. um ihre einzigartigkeit aufzunehmen braucht es für am spielfilm orientierte filmkenner vielleicht den umstieg auf eine andere warte: kein suchen nach erzählung sondern ernstnehmen des nichtsprechenden.
leben in der vollständigkeit der allein bildlichen welt.
offenes schauen auf bisher ungesehenes.
zeiteln mit den augen.

zum zyklus WAS IST FILM:
es darf hingewiesen werden, dass das österreichische filmmuseum weltweit die einzige institution ist, die ein derartiges programm bietet. 64 unveränderte vorstellungen in zyklischer reihenfolge jährlich wiederholt, ab saisonbeginn 32 wochen lang, regelmässig jeden dienstag 2 vorstellungen. versäumte programme können im nächsten jahr an derselben stelle nachgeholt werden.
vor allem jungen menschen, die sich dem film widmen, will der zyklus ein grundlegendes werkzeug für die arbeit mit dem medium geben. die kenntnis der wirkungsgeschichte des analogen films ist eine unverzichtbare grundlage auch für jene, die mit den jeweils gängigen digitalen medien arbeiten.
WAS IST FILM argumentiert nicht mit worten, sondern durch beispiele, mit den filmen selbst.
in ihrer gesamtheit wagen sie die aussage DAS IST FILM.