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Di, 26. Mai 2026
Veranstaltungshinweis
Am Samstag, 30. Mai 2026, findet in der Fotogalerie Wien eine Buchpräsentation bzw. Künstlergespräch mit dem italienischen Fotografen Antonello Di Gennaro statt: "Vom religiösen Pappmaché zum zeitgenössischen Medium. Die Fotografie als Archiv der Erinnerung und der Vision".
Die sorgfältige Forschung, die Antonello Di Gennaro im letzten Jahrzehnt zu diesem Thema betrieben hat, sind in dem Band Dalla cartapesta devozionale al medium contemporaneo (Sfera Edizioni, Bari, 2025) zusammengefasst. Das Buch präsentiert sich als lebendiges Archiv von Erinnerungen und visuellen Erzählungen, in dem Pappmaché, das identitätsstiftende Zeichen der Basilikata und des Mittelmeerraums, im Licht der Gegenwart neu beleuchtet wird und sich einer umfassenderen Reflexion über Prozesse des kulturellen Wandels und die Migration von Bildern im Laufe der Zeit öffnet.
Die Buchvorstellung wird begleitet von der Vorführung von zwei Filmen, die von dem süditalienischen Kunsthandwerker und Filmamateur Michelangelo Pentasuglia (1934–2022) gedreht wurden. Das Österreichische Filmmuseum bewahrt eine außergewöhnliche Sammlung seiner Filme: Die zwischen 1964 und 1970 in Matera entstandenen 8mm-Schmalfilme bieten detaillierte Einblicke in handwerkliche Tätigkeiten sowie in die religiösen und rituellen Abläufe rund um das Stadtfest Festa della Bruna. Im Mittelpunkt steht die Herstellung der traditionellen Pappmaché-Kutsche, die von der Familie Pentasuglia in dritter Generation für das jährliche Fest gefertigt wurde. Die Aufnahmen besitzen heute besondere kulturhistorische Bedeutung, da sie eine seltene Innenperspektive auf die gelebte Volkskultur Süditaliens der 1960er Jahre eröffnen. Sie zeigen exemplarisch, welchen Beitrag Amateurfilme zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes leisten können.
Pentasuglias Filme, insgesamt 8 Rollen, sind im November 2017 vom Filmemacher selbst über Angelo Stagno in die Amateurfilmsammlung des Filmmuseums gekommen. Angelo Stagno hatte bereits ein Jahr zuvor die Filmsammlung seines Vaters Eustachio Stagno an das Filmmuseum übergeben. Die beiden Filmamateure waren nicht nur befreundet, auch ihre Filme nehmen inhaltlich aufeinander Bezug: Michelangelo Pentasuglia dokumentierte die Herstellung der Pappmaché-Kutsche, während Eustachio Stagno – Polizist in Matera – deren traditionelle Zerstörung filmte.
30. Mai 2026, 17 Uhr
Fotogalerie Wien (WUK)
Währinger Straße 59, 1090 Wien
Weitere Informationen
Fotogalerie Wien
Organisiert von Angelo Stagno mit Unterstützung der Fotogalerie Wien, des italienischen Kulturinstituts, des Österreichischen Filmmuseums und dem MIP – Matera International Photography
Die sorgfältige Forschung, die Antonello Di Gennaro im letzten Jahrzehnt zu diesem Thema betrieben hat, sind in dem Band Dalla cartapesta devozionale al medium contemporaneo (Sfera Edizioni, Bari, 2025) zusammengefasst. Das Buch präsentiert sich als lebendiges Archiv von Erinnerungen und visuellen Erzählungen, in dem Pappmaché, das identitätsstiftende Zeichen der Basilikata und des Mittelmeerraums, im Licht der Gegenwart neu beleuchtet wird und sich einer umfassenderen Reflexion über Prozesse des kulturellen Wandels und die Migration von Bildern im Laufe der Zeit öffnet.
Die Buchvorstellung wird begleitet von der Vorführung von zwei Filmen, die von dem süditalienischen Kunsthandwerker und Filmamateur Michelangelo Pentasuglia (1934–2022) gedreht wurden. Das Österreichische Filmmuseum bewahrt eine außergewöhnliche Sammlung seiner Filme: Die zwischen 1964 und 1970 in Matera entstandenen 8mm-Schmalfilme bieten detaillierte Einblicke in handwerkliche Tätigkeiten sowie in die religiösen und rituellen Abläufe rund um das Stadtfest Festa della Bruna. Im Mittelpunkt steht die Herstellung der traditionellen Pappmaché-Kutsche, die von der Familie Pentasuglia in dritter Generation für das jährliche Fest gefertigt wurde. Die Aufnahmen besitzen heute besondere kulturhistorische Bedeutung, da sie eine seltene Innenperspektive auf die gelebte Volkskultur Süditaliens der 1960er Jahre eröffnen. Sie zeigen exemplarisch, welchen Beitrag Amateurfilme zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes leisten können.
Pentasuglias Filme, insgesamt 8 Rollen, sind im November 2017 vom Filmemacher selbst über Angelo Stagno in die Amateurfilmsammlung des Filmmuseums gekommen. Angelo Stagno hatte bereits ein Jahr zuvor die Filmsammlung seines Vaters Eustachio Stagno an das Filmmuseum übergeben. Die beiden Filmamateure waren nicht nur befreundet, auch ihre Filme nehmen inhaltlich aufeinander Bezug: Michelangelo Pentasuglia dokumentierte die Herstellung der Pappmaché-Kutsche, während Eustachio Stagno – Polizist in Matera – deren traditionelle Zerstörung filmte.
30. Mai 2026, 17 Uhr
Fotogalerie Wien (WUK)
Währinger Straße 59, 1090 Wien
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Fotogalerie Wien
Organisiert von Angelo Stagno mit Unterstützung der Fotogalerie Wien, des italienischen Kulturinstituts, des Österreichischen Filmmuseums und dem MIP – Matera International Photography