Giallo
Italiens Thriller-Moderne

La morte ha fatto l’uovo, 1968, Giulio Questi (Foto: Cineteca Nazionale)
30. August bis 24. Oktober 2019

Als Bezeichnung für eine filmische Genre-Idee ist der italienische Giallo fast so kultverdächtig wie Film noir. Die enorm einflussreiche Welle von Giallo-Krimis aus Italien in den 1960ern und 1970ern besetzte einen Schnittpunkt in der Popkultur, an dem Kunst und Exploitation überlappten. Der revolutionäre filmische Modernismus der Ära wurde in Mainstream-Produktionen und B-Pictures geschmuggelt, die mit ihren kühnen Grenzgängen zwischen Psychothriller und Horror, Phantastik und Erotik zugleich wie das Angstlust-Spiegelkabinett einer Epoche wirken: eine delirierende Vermessung der Abgründe im kollektiven Unbewussten wie im Sozialen. Die ästhetischen Innovationen der Gialli all'italiana sind vor allem mit den Namen von Regie-Stilisten wie Dario Argento und Mario Bava verknüpft, die dem Subgenre die berühmtesten seiner sprichwörtlichen Farbenrausch-Exzesse und Cinéma pur-(Alp-)Traumbilder bescherten. In der ersten umfassenden Giallo-Retrospektive überhaupt treffen ihre und andere Klassiker auf Raritäten, Reißer und Kunstwerke – inklusive der kaum je wahrgenommenen Vorläuferfilme von Koryphäen wie Pietro Germi oder Riccardo Freda.

In Kooperation mit /slash Filmfestival