Filmmuseum on location:

... von Athen bis Kalkutta

In den Bereichen Forschung und Lehre zählen wir trotz relativ geringer Mittel zu den produktivsten nicht-staatlichen Filmeinrichtungen Europas und sind Österreichs größtes außeruniversitäres filmhistorisches Forschungsinstitut. So sind wir zurzeit etwa in gleich drei EU-Forschungsprojekte involviert: zur Frage von Stadtgeschichte und Film, zur "visuellen Geschichte" des Holocaust sowie zu Kino und Kindheit. Eines davon – das 2016 gestartete I-Media-Cities-Projekt – führt uns im Oktober ins griechische Filmarchiv in Athen, wo bei einem Symposium die Zukunft von filmhistorischen Internetplattformen diskutiert wird.
 
Filmmuseums-Mitarbeiter/innen sind gefragte Vortragende bei Konferenzen: Kürzlich referierten Katharina Müller und ich auf Einladung des Österreichischen Filminstituts in Cambridge (GB) zum österreichischen Kino. Im Oktober trugen Elisabeth Streit und Tom Waibel im Museum der Moderne Salzburg zum Teilnachlass des Wien-Emigranten und stilbildenden Filmhistorikers Amos Vogel vor. Im November präsentieren Ingo Zechner (Ludwig Boltzmann Institut) und ich auf Einladung der Hebrew University und des Leo Baeck Institute in Jerusalem ein historisches Filmprogramm zum "Anschluss" 1938. Zwei Einladungen, die uns gerade im Gedenkjahr 2018 ehren und die die internationale Sichtbarkeit unserer historischen Recherchearbeit bestätigen.
 
Museumsarbeit kreist im Kern immer um Fragen der Nachhaltigkeit: Wie können Kurator/innen und Archivar/innen sicherstellen, dass unsere Sammlungen und das Wissen um sie auch künftigen Generationen offenstehen? Gerade in Ländern, in denen das Kulturerbe durch politische Unruhen, Kriege oder ungünstige Klimabedingungen bedroht ist, ist die Ausbildung von Archivar/innen wichtig. Es freut uns sehr, dass unser Filmkurator Jurij Meden von der indischen Film Heritage Foundation, Martin Scorceses Film Foundation sowie unserem Weltverband FIAF eingeladen wurde, als Ausbildner bei einem großen Trainings-Workshop in Kalkutta (Indien) mitzuwirken.
 
Michael Loebenstein
 

Programm: