Hiding in the Lights, 2020, Katrina Daschner

In person:

Katrina Daschner

15. September 2022
 
Katrina Daschners Film- und Videowerk ist opulent, karnevalesk und visionär zugleich: In einem vielschichtigen Mix aus künstlerischen Formen und Medien reizt sie aus, was an Galanterie, Maskerade, Oberflächen- und Objektliebe, Widerstand und Exzentrik im Ästhetischen und Gestischen der New Burlesque möglich ist. Dabei schafft sie einen Kosmos, in dem queer – über die Belange queerer Subjektivität hinausweisend – als eine Utopie des Kollektiven erfahrbar wird. In diesem irisierenden, fleischlichen Kosmos, der immer auch Bühne ist, lädt sie queer mit jener identitätszersetzenden Kraft auf, der das Experiment historisch entspringt: sexuelles Begehren als eines nach Veränderung des (neo-)liberalen, heteropatriarchalen gesellschaftlichen Ganzen. Ein bedeutsamer Anteil dieser Kraft generiert sich aus Daschners LGBTIQ*-geleiteter, sexpositiver künstlerischer Community-Arbeit – etwa im Kontext des Musikperformancekollektivs "SV Damenkraft" (mit Sabine Marte, Gin Müller, Christina Nemec), des Performance-Clubs Salon Lady Chutney (2000–2002, mit Johanna Kirsch und Stefanie Seibold) oder des von ihr gegründeten und geleiteten »Club Burlesque Brutal« (2009–2014). So wie ihr Gesamtwerk ist auch ihr filmisches Œuvre ein extensives – als Geflecht aus Performance, Textilien, Architektur, Skulptur, Musik und Anleihen ans frühe Kino sprengt es patriarchale Normen, Zwänge, Blickregime und Posen. (Katharina Müller)

In Kooperation mit Kunsthalle Wien: Ausstellung Katrina Daschner – Burn & Gloom! Glow & Moon! Thousand Years of Troubled Genders