A Portrait of Ga, 1952, Margaret Tait (Foto: LUX)
A Portrait of Ga, 1952, Margaret Tait (Foto: LUX)
A Place of Work, 1976, Margaret Tait (Foto: LUX)
Margaret Tai an Bord der Winchester Castle, 1946 (Courtesy of the Margaret Tait Estate and Orkney Library and Archive)
Land Makar, 1981, Margaret Tait (Foto: LUX)

Margaret Tait
Die Bewegung des Lichts

9. bis 11. Oktober 2019

The movement that light is
Comes out of the sun
And it's so gorgeous a thing
That nothing else is ever anything unless lit by it.
(Margaret Tait, Light)

Die schottische Filmemacherin und Dichterin Margaret Tait (1918–1999) ist eine der geheimnisvollsten Figuren der britischen Literatur- und Filmgeschichte. Das hat viel mit der Unabhängigkeit ihrer Arbeit zu tun, die sie fast immer im Alleingang durchführte. Abseits von konventionellen Pfaden und Kategorien hat sie stets vermieden, ihre Filme als Avantgarde oder dokumentarische Werke zu bezeichnen – das, was Tait interessiert, ist "ein Kino auf der Ebene der Poesie".
 
Die 1918 auf der Insel Orkney geborene Tait absolvierte zuerst ein Studium der Medizin. Als sich ihr Interesse für Film entwickelte, studierte sie zunächst am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Nach zwei Jahren zog es Tait zurück nach Schottland. Dort begann sie, Vorführungen in ihrem Studio in Edinburgh zu organisieren und aktiv eine eigene Filmsprache zu entwickeln. Ihren Ansatz, mit der Kamera umzugehen, bezeichnete sie als "atmen". Nachdem sie drei Gedichtbände selbst veröffentlicht hatte, gründete sie ihre eigene Produktionsfirma, Ancona Films. Ihre Filme finanzierte sie durch ihre Arbeit als Ärztin.
 
"Filmgedichte" sind Taits Lebenswerk. Die Suche nach Poesie und die Filmkunst sind für sie untrennbar verbunden und ergänzen einander. "It's the looking that matters, / The being prepared to see what there is to see." Wenn Tait dreht, beleuchtet sie das "Dazwischen-Sichtbare". Die Dinge werden lebendig, bekommen eine Stimme. Man beginnt sie zu hören, während man sie sieht. Derart verweist sie auf ein Verlangen in jedem Bild – nach dem Sein der Dinge, Landschaften und Menschen. Die Gedichte machen den Herzschlag (nicht nur) unserer Existenz sichtbar. Mit Margaret Tait präsentieren wir einen essenziellen Beitrag zum Denken über die und mit der Welt in Form von Poesie. (Ivana Miloš)

Die Schau findet mit freundlicher Unterstützung des British Council und in Kooperation mit der Alten Schmiede statt.

Am 8. Oktober 2019 wird die Autorin Margret Kreidl um 18.00 Uhr aus Margaret Taits Lyrik in der Alten Schmiede lesen und kommentieren.
 
Gareth Evans, britischer Kurator, Schriftsteller und Herausgeber (Vertigo) wird als Experte für Margaret Tait das Programm begleiten.
Zusätzliche Materialien