Annette Michelson

Buchpräsentation und Film
Annette Michelson. Euphorie des Erkennens. Denken in Filmen und anderes

29. November 2023

Annette Michelson (1922–2018) gilt als eine der wichtigsten Filmwissenschaftlerinnen. Geboren in Brooklyn, arbeitet sie von 1956 bis 1966 in Paris als Art Editor der Europa-Ausgabe von Herald Tribune. Nach ihrer Rückkehr in die USA unterrichtet Michelson am neueröffneten Department of Cinema Studies der New York University und gründet die einflussreiche Zeitschrift October. Ihre Texte kreisen um drei Felder filmischen Denkens: die historische Avantgarde der 1920er Jahre, Godard und die American Independents der 1960er, schließlich die feministischen Künstlerinnen um Yvonne Rainer, Martha Rosler u. a. Immer aber ist ihr der Film ein Erkenntnis-Instrument, die Kamera eine Maschine, die eine "general epistemological euphoria" erzeugt, eine Euphorie des Erkennens – und der körperlichen Erfahrung.
 
"Vienna was my decompression chambre", so Michelson, als sie in den Moskauer Archiven zu Dziga Vertov forscht und hier mehrmals Zwischenstopp einlegt. Ihre Beziehungen zu Wien sind vielfältig: Freud, die Zweite Wiener Schule, das Wittgenstein-Haus, später das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.
 
Euphorie des Erkennens. Denken in Filmen und anderes erscheint zu Michelsons 101. Geburtstag und versammelt einige ihrer zentralen Arbeiten sowie ein unveröffentlichtes Gespräch mit Alexander Kluge. (Klemens Gruber, Aki Beckmann)

Klemens Gruber, bis 2020 Professor für Intermedialität an der Uni Wien, zuletzt: Kluges strategische Vermögen (2022). Aki Beckmann ist Redakteurin von Maske und Kothurn und TFMJ am tfm Institut der Universität Wien. 

Annette Michelson, Euphorie des Erkennens. Denken in Filmen und anderes. Böhlau: Wien 2023, Hg. Aki Beckmann, Klemens Gruber, Antonia Lant; übers. v. Werner Rappl.
Zusätzliche Materialien