Sovist’ (Gewissen), 1968, Vladimir Denisenko (Foto: Oleksandr Dovzhenko National Centre)

Sovist' (Gewissen)

Regie: Vladimir Denisenko; Drehbuch: Vasil Zemlyak, Vladimir Denisenko; Kamera: Aleksandr Deryazhny; Schnitt: Tamara Bikova; Musik: Myroslav Skoryk, Krzysztof Penderecki, Józef Baka; Darsteller: Anatolìj Sokolovskiy, Valentina Grishokìna, Vasil Bogost. Sowjetunion (Ukraine), 1968, 35mm, sw, 75 min. Ukrainisch mit engl. UT
 
Ein idyllisches Dorf in der besetzten Ukraine. Zwei junge Partisanen beobachten aus ihrem Versteck, wie ein deutscher Offizier ein einheimisches Mädchen verführt – und töten ihn. Die Besatzer treiben die Bewohner auf dem Dorfplatz zusammen und drohen alle zu töten, wenn die Täter sich nicht stellen. Die Partisanen, immer noch im Gebüsch versteckt, stehen nun vor einer fatalen Entscheidung: zwischen ihrem eigenen Leben und dem des ganzen Dorfes. Dieses Dilemma ist das einzige, alles beherrschende Motiv des Films. Denisenko treibt es mit einem Sturm expressionistischer Bilder voran, mit avantgardistischen Klanglandschaften und einer rasenden Montage, die den beinahe unaushaltbaren inneren Konflikt der Partisanen zum Ausdruck bringen. Entstanden als Experiment mit Denisenkos Schülern an der Kiewer Filmhochschule, war das Ergebnis jedoch zu dunkel, zu existenzialistisch für einen Kinoeinsatz. Nach der Perestroika veröffentlicht, gilt Sovist heute als ukrainischer Filmklassiker. (J.M.)
 
Courtesy of Nacionalniy tsentr Aleksandra Dovzhenko