Hajka (Menschenjagd), 1977, Živojin Pavlović

Hajka (Menschenjagd)

Regie: Živojin Pavlović; Drehbuch: Živojin Pavlović nach dem Roman von Mihailo Lalić; Kamera: Milorad Jakšić-Fando; Schnitt: Olga Skrigin; Darsteller: Rade Šerbedžija, Pavle Vuisić, Boro Begović. Jugoslawien (Serbien), 1977, 35mm, Farbe, 104 min. Serbokroatisch mit engl. UT

Bei allem Respekt vor Meistern wie Dušan Makavejev oder Želimir Žilnik – Jugoslawiens mit Abstand wichtigster Beitrag zum Weltkino heißt Živojin Pavlović, dessen filmisches Werk – Pavlović war auch Maler, Schriftsteller und Pädagoge – es unbedingt noch zu entdecken gilt. Hajka erzählt nicht vom heroischen Kampf, sondern von einer hoffnungslosen Menschenjagd: Eine versprengte Gruppe von Partisanen flieht vor italienischen Besatzern in die montenegrinischen Berge. Anstatt Krieg und Revolution zu verherrlichen, zeigt Pavlović indes nur Selbstzweifel und Ernüchterung; ein scheinbar aktives Kollektiv als Schar meist passiver oder opportunistischer Individuen. Schockierend, wie er den Tod zeigt: nicht als edles Opfer für ein besseres Morgen, sondern als etwas Böses, Brutales, Sinnloses und vor allem völlig Zufälliges. Die trostloseste, aber höchstwahrscheinlich auch die präziseste Darstellung jugoslawischer Partisanen in der ge­samten Retrospektive. (J.M.)
 
Courtesy of Slovenska kinoteka

Einführung von Andrej Šprah am 13. November