Cherez kladbishche (Durch den Friedhof), 1964, Viktor Turov (Foto: Gosfilmofond)

Cherez kladbishche (Durch den Friedhof)

Regie: Viktor Turov; Drehbuch: Pavel Nilin; Kamera: Anatoliy Zabolockiy; Schnitt: Vera Kolyadenko; Musik: Andrej Volkonskiy; Darsteller: Vladimir Belokurov, Vladimir Emelyanov, Vladimir Martynov. Sowjetunion (Weißrussland), 1964, 35mm, sw, 79 min. Russisch mit engl. UT
 
Dass viele bedeutende sowjetische Partisanenfilme aus Weißrussland und der Ukraine stammen, liegt an der frühzeitigen Besetzung der beiden Sowjetrepubliken durch deutsche Truppen. Der aus Weißrussland stammende Autor Viktor Turov verbrachte seine Kindheit in einem deutschen Konzentrationslager, während sein Vater, ein Partisan, im Kampf starb. Sein Spielfilmdebüt Cherez kladbishche ist bestimmt von Turovs Zorn, seinem leidenschaftlichen Aufruf zu den Waffen und seinem zugleich tiefen Humanismus, die keinem ideologischen Weltbild entstammen, sondern einer tief empfundenen moralischen Haltung. Die Handlung ist denkbar einfach: Als sich die deutsche Armee Stalingrad nähert, sehen weißrussische Partisanen dies als Chance, deren Versorgungslinien anzugreifen. Turov kannte 1963 offensichtlich die Filme von Iosseliani und Tarkovsky: Die alles andere als geradlinige Erzählung ist von einer bemerkenswert ausdrucksstarken Kameraführung geprägt. (J.M.)
 
Courtesy of Gosfilmofond

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