Roma città aperta (Rom, offene Stadt), 1946, Roberto Rossellini

Roma città aperta (Rom, offene Stadt)

Regie: Roberto Rossellini; Drehbuch: Sergio Amidei, Federico Fellini, Ferruccio Disnan, Celeste Negarville, Roberto Rossellini; Kamera: Ubaldo Arata; Schnitt: Eraldo Da Roma; Musik: Renzo Rossellini; Darsteller: Anna Magnani, Aldo Fabrizi, Marcello Pagliero. Italien, 1946, 35mm, sw, 102 min. Italienisch mit dt. UT
 
4. Juni 1944. Die Wehrmacht räumt Rom. Nur zwei Monate später beginnt Rossellini mit den Arbeiten an diesem Film, der als Miss­erfolg startet und nach einer Periode der Inkubation zum ehernen Synonym für einen Begriff namens Neorealismus avanciert: Kino-Reflex auf kaum noch verstrichene Momente finsterer Geschichte, gedreht in realen Straßen und Wohnungen, bestückt mit einem Chor von Laien, die gestern noch Beteiligte oder Zeugen der Geschehnisse waren. Zu den zerstörten Studios gesellen sich deso­lates Material, fehlendes Geld, primitive Technik und chaotische Umstände. Zwei professionelle Akteure, umgeben vom Kollektiv der Laien: Kinder, Frauen, Mietshausbewohner. Aus all dem der heftige Atem der Realität, der Roma città aperta umweht. Durch das Sachliche hindurch eine Ahnung vehementer Anteilnahme: das erste filmische Zeugnis der resistenza, darüber hinaus deren Hommage. Würdigung jener "Armee des Untergrunds", in der Marxisten und Priester Seite an Seite gekämpft haben. (H.T.)