Am Galgen hängt die Liebe, 1960, Edwin Zbonek

Am Galgen hängt die Liebe

Regie: Edwin Zbonek; Drehbuch: Erna Fentsch nach Leopold Ahlsens Hörspiel Philemon und Baucis; Kamera: Walter Partsch; Schnitt: Eleonore Kunze; Musik: Ernst Roters; Darsteller: Carl Wery, Annie Rosar, Bert Fortell. BRD, 1960, 35mm, sw, 93 min. Deutsch
 
Nikolaos und Marulja, ein altes Ehepaar, das in einfachsten Verhältnissen abseits seiner Gemeinde lebt, folgt einem moralisch ehernen Prinzip: dem des Rechts auf Gastfreundschaft und Hilfe. Im Griechenland der frühen vierziger Jahre bedeutet dies, dass ihre Tür in der Not sowohl den Partisanen, als auch der Wehrmacht offensteht. Ihre arme Hütte ist in diesem Umfeld die vielleicht einzige echte Freistatt. Wobei weder die Partisanen, noch die Wehrmacht gewillt sind, sich den Prinzipien zweier betagter Menschen zu beugen. Edwin Zboneks Langfilmdebüt Am Galgen hängt die Liebe wirkt, als käme es aus einem Paralleluniversum der deutsch-österreichischen Nachkriegskino-Werkstatt. Ein Partisanen-Italokriegswestern mit harten Heimatfilmkonturen, dem der Wille zur Ambivalenz bis hin zur Larmoyanz, die den Populärmedienalltag jener Jahre durchzieht, vollkommen fremd ist. (O.M.)