Alles andere zeigt die Zeit, 2015, Andreas Voigt

Alles andere zeigt die Zeit

Regie, Drehbuch: Andreas Voigt; Kamera: Sebastian Richter; Musik: Kathrin Dietzel. Deutschland, 2015, DCP, Farbe und sw, 95 min. Deutsch
 
Der vorläufige Abschluss von Voigts "Leipzig-Reihe": Rückkehr zu Sven und Isabel, 1989 bis 2015. Aus Jugendlichen werden Erwachsene, aus Leipzigs innerstädtischen Ruinen gut geputzte Fassaden. Hatte sich die Schülerin Isabel (damals Punk) vage die Ankunft der Deutschen Mark erhofft, arbeitet sie nun als Unternehmerin am pragmatisch-individuellen Glück. Die Staatsbürger*innen, die 1989 "Wir sind das Volk" riefen, gibt es nicht mehr, und auch der Begriff des Volkes scheint passé. Nicht für Sven, der politisch – von links nach rechts, nach links nach rechts – gewandert ist und immer wieder an der doch nicht ganz individuellen kapitalistischen Kosten-Nutzen-Rechnung gescheitert ist. Jenny begibt sich währenddessen auf die Spuren der Stasi-Vergangenheit ihrer Mutter Renate, einst Journalistin in der DDR. Die vieldeutigen Kamerafahrten zeichnen ein vielschichtiges Bild von Vergangenheit und Gegenwart, vom Verschwinden eines Staates und dem Leben damit. (S.J.)
 
In Anwesenheit von Andreas Voigt

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