Solo Sunny, 1980, Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase © DEFA-Stiftung/Dieter Lück

Solo Sunny

Regie, Drehbuch: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase; Kamera: Eberhard Geick; Musik: Günther Fischer; Darsteller: Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Dieter Montag, Klaus Brasch, Fred Düren. DDR, 1980, 35mm, Farbe, 104 min. Deutsch
 
Während der Bildhauer Kemmel in Der nackte Mann auf dem Sportplatz auf- und vielleicht auch ausbricht, befindet sich Sunny schon auf Tour. Sie ist Unterhaltungskünstlerin, singt in einer Band, mit der sie durch die Lande tingelt. Festen Mann hat sie keinen. Anders als Lissy damals pfeift sie auf Sicherheiten, lässt sich deshalb auf nichts Endgültiges ein mit Harry, dem Kleinunternehmer. Der Philosoph Ralph, der wär's, erweist sich aber als Enttäuschung – lauwarm, unverbindlich. Und Sunny ist nicht mehr die Jüngste, spürt immer stärker, wie sich eine Tür nach der anderen vor ihr verschließt. Allen Augenblicken des Glitzerns und Glamours zum Trotz ist die DDR hier eine bleiche Heimat, ein warmes Land, in dem ­einem ständig kalt wird. Eine Melancholie hängt über allem, sie durchsuppt noch den letzten Winkel Wirklichkeit, selbst die Lebens­gier der Menschen. Eng ist's. Dennoch. Und dieses Dennoch bringt Wolf hier in seinem letzten vollendeten Werk zu einem Leuchten, schön wie nie. (R.H.)

In Anwesenheit von Drehbuchautor und Co-Regisseur Wolfgang Kohlhaase, im Anschluss Gespräch mit Götz Spielmann (Autor und Regisseur, Professur für Drehbuch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien) über "Die Arbeit des Erzählens"

Ermäßigung für Ö1-Clubmitglieder

Spieltermine: