Sredi serykh kamney (Unter grauen Steinen) 1983, Kira Muratova (Foto: Oleksandr Dovzhenko National Centre)

Sredi serykh kamney (Unter grauen Steinen)

Regie, Drehbuch: Kira Muratova; Kamera: Aleksey Rodionov; Schnitt: Valentina Oliynyk; Darsteller: Ihor Sharapov, Oksana Shlapak, Stanislav Govorukhin. Sowjetunion, 1983, 35mm, Farbe, 88 min. Russisch mit engl. UT
 
Basierend auf einer Kurzgeschichte von Vladimir Korolenko aus dem Jahr 1885, stellt Sredi serykh kamney einen radikalen Wandel im Werk von Kira Muratova dar. Nachdem sie mit ihren ersten drei Filmen bereits erkennen ließ, dass sie statt an traditionellen Erzählungen mehr an den komplexen Beziehungen ihrer Charaktere interessiert ist, geht Muratova hier noch einen Schritt weiter, indem sie jedes Gefühl von Raum, Zeit, Ursache und Wirkung dekonstruiert. Sredi serykh kamney spielt fast ausschließlich "unter grauen Steinen" in den Ruinen einer verlassenen, alten Burg. Zwei Gruppen von Menschen, die "Ehrbaren" und die "Bedauernswerten", die Reichen und die Armen, versuchen, ihre Toten zu betrauern, während sie immer tiefer im Gefühl der Entfremdung, der Hoffnungslosigkeit und des Untergangs versinken. Nach heftiger Kritik durch die Behörde sah sich Muratova dazu veranlasst, den Film als Ivan Sidorov, der russischen Version von Alan Smithee, zu zeichnen. (J.M.)