Tri istorii (Drei Geschichten), 1997, Kira Muratova (Foto: Cinémathèque française)

Tri istorii (Drei Geschichten)

Regie: Kira Muratova; Drehbuch: Serhii Chetvertkov, Yevhen Holubenko, Renata Litvinova, Kira Muratova, Vera Storozheva; Kamera: Hennadii Kariuk; Schnitt: Valentyna Oliinyk; Darsteller: Sergii Makovetskyi, Leonid Kushnir, Zhan Daniel. Ukraine/Russland, 1997, 35mm, Farbe, 114 min. Russisch mit engl. UT

Ein Triptychon, bestehend aus drei Geschichten von drei Mörder*innen: einem Mann, einer Frau und einem Kind. Gewalt, Mord und Tod. Muratova erzählt sie als subtile und gleichzeitig surreale Mischung aus Horror und schwarzem Humor. Tri istorii ist eine Reflexion über die Unvollkommenheit der menschlichen Natur. In der zweiten Geschichte erklärt die Serienmörderin stolz: "Ich mag keine Männer. Ich mag keine Frauen. Ich mag keine Kinder. Der ganzen Welt würde ich nur die schlechteste Note geben." Dieses Statement wurde oft als Muratovas persönliches und künstlerisches Credo missverstanden – den Vorwurf der Misanthropie konnte sie bis zu ihrem Tod nicht mehr entkräften. Doch was als Menschenfeindlichkeit wahrgenommen wurde, war vielmehr eine fehlende Sentimentalität bei der Entlarvung jener falschen Moralvorstellungen, die unsere Gesellschaft antreiben. (J.M.)

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