Chekhovskie motivy (Tschechow-Motive) 2002, Kira Muratova (Foto: Oleksandr Dovzhenko National Centre)

Chekhovskie motivy (Tschechow-Motive)

Regie: Kira Muratova; Drehbuch: Yevhen Holubenko, Kira Muratova; Kamera: Valerii Makhniov; Schnitt: Valentyna Oliinyk; Musik, Kamera: Valentyn Silvestrov; Darsteller: Sergei Bekhterev, Nina Ruslanova, Natalya Buzko. Ukraine, 2002, 35mm, sw, 120 min. Russisch mit engl. UT

Auch in Chekhovskie motivy verknüpft Muratova mehrere Erzählungen, diesmal zwei Texte von Anton Tschechow. In der Kurzgeschichte Schwere Naturen (1886) verlässt ein armer Student sein Zuhause, um seinem herrschsüchtigen Vater zu entkommen; im Einakter Tatjana Repina (1889) stürzt eine Frau die traditionell orthodoxe Hochzeit ihres ehemaligen Mannes ins Chaos. So wie sich Tschechow über die Konventionen des Theaters seiner Zeit hinwegsetzte, so bricht Muratova einmal mehr mit jenen einer konventionellen Dramaturgie, indem sie Zeiten und Erzählungen aufeinanderprallen lässt. Ein Familiendrama trifft auf eine Hochzeitszeremonie, fast dokumentarisch in Szene gesetzt. Gerade in der Banalität der entweihten Feierlichkeit entdeckt Muratova neue Geheimnisse: Das Hochzeitsritual verwandelt sich in eine Farce. Ein filmisches Gedicht, eine Ode an das Schöne im Hässlichen, und das Hässliche im Schönen. (J.M.)

In Anwesenheit von Natalya Buzko

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