Il seme dell’uomo (Die Saat des Menschen), 1969, Marco Ferreri (Foto: Cineteca Nazionale)

Il seme dell'uomo (Die Saat des Menschen)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Sergio Bazzini; Kamera: Mario Vulpiani; Schnitt: Enzo Micarelli; Musik: Teo Usuelli; Darsteller: Marzio Margine, Anne Wiazemsky, Annie Girardot. Italien/Frankreich, 35mm, 1969, Farbe, 105 min. Italienisch mit engl. UT
 
Eine Katastrophe hat den Großteil der Menschheit ausgelöscht. Das junge Paar Cino und Dora wird zur Überlebenshoffnung. Sie werden in die Sonderzone hinter dem Kaugummiautomaten – nicht nur die Katastrophe bleibt unerklärt! – verfrachtet und kommen in ein Haus am Meer (vor dem Marco Ferreri höchstselbst als Leiche thront). Im TV laufen Bilder der brennenden Welt, während das Pärchen lernt, vom Vorgefundenen zu überleben. Bis versprengte Autoritäten eintreffen und deklarieren, dass es Doras Pflicht ist, schwanger zu werden, was sie im Angesicht der Apokalypse verweigert. Da taucht unerwartet eine Kontrahentin auf ... Eine mit postapokalyptischen Genre-Tupfern getarnte Weiterführung der finster-absurden Ferreri-Zustandsbilder von Gesellschaft und Mann-Frau-Beziehungen (u.a. taucht die Pop-Art-Pistole aus Dillinger è morto wieder auf). Die drohende allegorische Schwere läuft dabei gezielt ins Leere: Wenn hier etwas siegt, dann nicht die Menschheit, sondern nur die Frechheit. (C.H.)
 
Courtesy Cineteca Nazionale

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