Storie di ordinaria follia / Tales of Ordinary Madness
1981, Marco Ferreri

Storie di ordinaria follia / Tales of Ordinary Madness

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Sergio Amidei nach Erections, Ejaculations, Exhibitions, and General Tales of Ordinary Madness von Charles Bukowski; Kamera: Tonino Delli Colli; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Ben Gazzara, Ornella Muti, Susan Tyrrell. Italien/Frankreich, 1981, 35mm, Farbe, 107 min. Englisch mit dt./frz. UT
 
"When Hemingway put his brains on the wall, that was style ...", doziert eingangs der Säufer-Dichter Charles Serking (exzellent: Ben Gazzara mit einem spöttischen Glanz in den Augen, als wäre die Welt nur ein kosmischer Witz). In den Elendsvierteln von Los Angeles hängt er in Säuferkneipen ab und sucht sexuelle Abenteuer. Marco Ferreris Adaption von Charles Bukowskis autobiografischen Stories ist eine Art Niederlage auf fremden Terrain: Wo sich in seinen Filmen sonst auch scheinbar disparate Versatzteile organisch zum Ganzen fügen, bleiben die bei Bukowski entlehnten Episoden wie für sich alleine stehen – die augenfällig scheinende Verbindung von Autor und Auteur will nicht aufgehen. Aber als Einzelstücke leuchten hier Höhepunkte in Ferreris Werk, von der perversen Stalker-Episode mit Susan Tyrell am Anfang über die kunstvolle Stilisierung Ornella Mutis zur unglücklichen Huren-Madonna bis zum in räumlicher Schönheit erstrahlenden Finale am Strand. (C.H.)
 
Courtesy Cinémathèque suisse