Storia di Piera (Die Geschichte der Piera) 1983, Marco Ferreri (Foto: Cineteca Nazionale)

Storia di Piera (Die Geschichte der Piera)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Piera Degli Esposti und Dacia Maraini nach dem Buch von Degli Esposti und Maraini; Kamera: Ennio Guarnieri; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Isabelle Huppert, Hanna Schygulla, Marcello Mastroianni. Italien/Frankreich/BRD, 1983, 35mm, Farbe, 107 min. Italienisch mit engl. UT
 
Verfilmung des autobiografischen Entwicklungsromans der Aktrice Piera Degli Esposti, die vor allem für ihre Bühnenauftritte berühmt ist, aber auch im Kino reüssierte, etwa als Mutter in Nanni Morettis Sogni d'oro oder als legendäre Sekretärin Giulio Andreottis in Il divo. Pieras Kinderjahre in der Provinz Latina sind durch das exzentrische Verhalten ihrer nymphomanen Mutter (Hanna Schygulla) geprägt. Der nachgiebige Vater (Marcello Mastroianni), ein Angestellter der Kommunistischen Partei, verliert dabei zusehends die Ausgeglichenheit – und schließlich seinen Job. Während die erwachsene Piera (Isabelle Huppert) ihre ersten sexuellen Erfahrungen macht, gibt sie die Schule auf, um sich als Schneiderin die Schauspielkarriere zu finanzieren. Der erste Film in Ferreris feministischem Diptychon der 1980er demonstriert eine Rückkehr zur Gelassenheit: Was anderen zur inzestuösen Kolportage-Geschichte geworden wäre, wird bei ihm zur bittersüßen Erzählung einer Emanzipation. (C.H.)
 
Courtesy Cineteca Nazionale