La grande bouffe (Das große Fressen) 1973, Marco Ferreri

La grande bouffe (Das große Fressen)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Rafael Azcona und Francis Blanche (Dialoge); Kamera: Mario Vulpiani; Schnitt: Claudine Merlin, Gina Pignier; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Marcello Mastroianni, Michel Piccoli, Philippe Noiret, Ugo Tognazzi, Andrea Ferreol. Frankreich/Italien, 1973, 35mm, Farbe, 130 min. Französisch mit engl. UT
 
Vier ihres Lebens überdrüssige Freunde ziehen sich in eine abgeschottete Villa zurück, um in einer Genussorgie zugrunde zu gehen. Ferreris berühmtestes Werk und ein legendärer "Skandalfilm", dabei so unsensationalistisch inszeniert wie nur denkbar: In ganz entspanntem Rhythmus (Ferreri-Hauskomponist Philippe Sarde steuert eine gutgelaunte Todes-Rumba bei, die den Untergangstakt vorgibt) wird die Idee der Überflussgesellschaft nicht bloß als Metapher bemüht, sondern ganz buchstäblich in Szene gesetzt, bis einem die Dekadenz im Hals stecken bleibt, während die Körperfunktionen im Konsumrausch versagen (Buñuel: "ein hedonistisches Monument"). Der Ekel des Exzesses wird dabei mit paradoxer Eleganz zelebriert, in allen Aspekten der mise en scène, von Fotografie über Dekor bis zum Schauspiel – für die unter eigenen Vornamen auftretende Star- Freundesgruppe war der potenziell unappetitliche Dreh sichtlich ein Freudenfest. Auch das, natürlich, ein "Skandal". (C.H.)
 
Courtesy Istituto Luce Cinecittà