Touche pas à la femme blanche (Berühre nicht die weiße Frau), 1974, Marco Ferreri (Foto: Deutsche Kinemathek)

Touche pas à la femme blanche (Berühre nicht die weiße Frau)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Rafael Azcona; Kamera: Étienne Becker; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Marcello Mastroianni, Catherine Deneuve, Michel Piccoli. Frankreich/Italien, 1974, 35mm, Farbe, 108 min. Französisch mit engl. UT
 
Ferreris größte Starparade – prominent besetzt bis in die kleinsten Rollen – entstand spontan und spottbillig. Um das Freundesquartett Mastroianni-Tognazzi-Piccoli-Noiret nach der Glückserfahrung von Le grande bouffe wieder zusammenzubringen, ließ sich Ferreri von der riesigen Baugrube mitten in Paris inspirieren, die durch den Abriss der alten Markthallen von Les Halles aufklaffte. Er machte sie zur Prärie und ließ dort Custer's Last Stand nachspielen. Mit herzhaft- absurdem Anachronismus werden dabei Vietnam und französische Kolonialkriege beschworen, während die Akteure (u.a. Mastroianni als alberner Hardliner-General und Piccoli als Medienscharlatan Buffalo Bill) sich parodistisch austoben. Den "Revisionismus" von Spätwestern wie Robert Altmans Buffalo Bill and the Indians läßt Ferreri dabei schon vorab alt aussehen. Ein Pflichtfilm für alle, die Western lieben – oder hassen. (C.H.)
 
Courtesy Istituto Luce Cinecittà