La casa del sorriso (Das Haus der Freuden), 1991, Marco Ferreri (Foto: Filmarchiv Austria)

La casa del sorriso (Das Haus der Freuden)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Liliane Betti, Antonino Marino; Kamera: Franco Di Giacomo; Schnitt: Dominique B. Martin; Musik: Bruno Guarnera; Darsteller: Ingrid Thulin, Dado Ruspoli, Enzo Cannavale. Italien, 1991, 35mm, Farbe, 94 min. Italienisch mit engl. UT
 
Ein später Triumph für Ferreri war sein Berlinale-Sieg mit diesem anrührenden und doch völlig unsentimentalen Film über das Alter, der Themen seines großen Frühwerks El cochecito wieder aufgreift. Ingrid Thulin brilliert in ihrer letzten Rolle als ehemalige Schönheitskönigin Adeline ("Miss Lächeln" 1947), die im Altersheim mit einem verheirateten Musikprofessor den zweiten Frühling erlebt. Ihr leidenschaftliches Liebesleben lässt den melonenförmigen Wohnwagen am Gelände wackeln – und zieht den Neid der Mitbewohner*innen auf sich, während die Heimleitung mit Intoleranz reagiert. Ferreri interessiert sich dabei nicht für den Tabubruch, sondern für den menschlichen Faktor, wobei die Wärme seiner Charakterisierung im Gegensatz zur Kälte des Systems steht: Wie Leo McCareys Meisterwerk Make Way for Tomorrow oder einige Filme von Ozu Yasujirō erzählt Ferreri mit unbarmherziger Klarheit davon, wie sich die kapitalistische Weltordnung derjenigen entledigt, die ihr nicht mehr nützlich sind. (C.H.)
 
Courtesy Istituto Luce Cinecittà