La dernière femme / L'ultima donna (Die letzte Frau)
1976, Marco Ferreri

La dernière femme / L'ultima donna (Die letzte Frau)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Rafael Azcona, Marco Ferreri, Dante Matelli; Kamera: Luciano Tovoli; Schnitt: Enzo Meniconi; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Gérard Depardieu, Ornella Muti, Michel Piccoli. Frankreich/Italien, 1976, 35mm, Farbe, 108 min. Italienisch mit engl. UT
 
Der zwangsbeurlaubte Ingenieur Gérard (Gérard Depardieu) kümmert sich um seinen einjährigen Sohn, seit ihn seine zur Feministin gewordene Frau wegen seiner patriarchalen Ideale verlassen hat. Als Gérard die schöne, doch unsichere Kindergärtnerin Valerie (Ornella Muti) kennenlernt, beginnt eine neue Beziehung, deren Höhe- und Tiefpunkte im Schnelldurchlauf erlebt werden: Das Scheitern an den eigenen Ansprüchen und Sehnsüchten gipfelt in einem radikalen Akt. Ebenso radikal (und tragikomisch) ist Ferreris satirische Schilderung der Geschlechterverhältnisse und männlicher Unzulänglichkeit vor dem Hintergrund maximaler Tristesse, beschworen durch herbstliche Stimmungen und Satellitenstadt-Entfremdung. Im Gegensatz zur Opulenz von La grande bouffe ist das Stilmittel seines nächsten angeblichen "Skandalerfolgs" die Reduktion, gipfelnd in offensiver Nacktheit, vor allem Depardieus: eine Entblößung, die weit über das Körperliche hinausgeht – in die Ängste der verunsicherten Seele. (C.H.)

Einführung von Mario Canale am 1. Februar
 
Courtesy Istituto Luce Cinecittà