Diario di un vizio (Tagebuch einer Manie), 1993, Marco Ferreri (Foto: Deutsche Kinemathek)

Diario di un vizio (Tagebuch einer Manie)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Liliane Betti, Marco Ferreri unter Mitarbeit von Riccardo Ghione; Kamera: Mario Vulpiani; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Victorio Pezzolla, Gato Barbieri; Darsteller: Jerry Calà, Sabrina Ferilli, Valentino Macchi. Italien, 1993, 35mm, Farbe, 89 min. Italienisch mit engl. UT
 
Chronik einer bedeutungslosen Existenz: Der studierte Philosoph Benito Balducci muss sich als Vertreter von Putzmitteln (vor allem zur Toilettenreinigung) durchschlagen, während er sich mit erotomanischen Gedanken ablenkt. Doch er packt alles in sein Lebenswerk: ein Tagebuch, in dem sich die nutzlosen Details seiner anonymen Existenz mit den (auch nicht allzu erhabenen) Höhenflügen seiner Fantasie vermischen. Die Stakkato-Abfolge dieser Prämisse erlaubt Marco Ferreri, in seinem vorletzten Film noch einmal in absoluter Freiheit die Absurditäten des Daseins zu erforschen: ein rasantes Arrangement von kurzen Szenen, in denen die Grenze von (Wunsch-) Traum und Wirklichkeit fließend geworden ist. Was Benito in Wirklichkeit sucht, ist der sinnliche Genuss des Lebens – den er zwangsläufig versäumt, weil er damit beschäftigt ist, ihn einzufangen. Die unverschämt fröhliche Bilanz eines ständigen Scheiterns. (C.H.)
 
Courtesy Istituto Luce Cinecittà