Ciao maschio (Affentraum)
1978, Marco Ferreri

Ciao maschio (Affentraum)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Marco Ferreri, Gérard Brach, Rafael Azcona; Kamera: Luciano Tovoli; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Philippe Sarde; Darsteller: Gérard Depardieu, Marcello Mastroianni, James Coco. Italien/Frankreich, 1978, 35mm, Farbe, 113 min. Italienisch mit dt./frz. UT
 
Mit Gérard Depardieu folgt Ferreri Ende der 1970er den Linien der modernen Entfremdung: vom Rand der europäischen Metropolen in La dernière femme weiter in die USA, wo der Wandel zur Konsumgesellschaft (und der Werteverfall der europäischen Kultur) vorgegeben wird. Mit Ciao maschio beginnt sich Ferreri vollends vom narrativen Zusammenhalt zu lösen, um die Auflösung der Zivilisation entsprechend episodisch zu resümieren: Depardieu spielt einen Mann, der sich bevorzugt über eine Trillerpfeife verständigt und von einer feministischen Theatergruppe vergewaltigt wird, nachdem er sie mit Coca-Cola bespritzt. Am Strand liegt die Leiche des Sexsymbols King Kong und ein kleiner Affe wird zum Hoffnungsträger der Menschlichkeit, auch für die vereinsamte ältere Generation (melancholische Meisterschaft: Marcello Mastroianni). Ein kunstfertiges Kaleidskop der lächerlichen Verzweilfung vor dem Weltenbrand (farcenhaftes Spiegelbild der modernen Zustände: ein Wachsfigurenkabinett des antiken Rom). (C.H.)
 
Courtesy Cinémathèque suisse