Il futuro è donna (Die Zukunft heißt Frau), 1984, Marco Ferreri (Foto: Cineteca Nazionale)

Il futuro è donna (Die Zukunft heißt Frau)

Regie: Marco Ferreri; Drehbuch: Piera Degli Esposti, Marco Ferreri, Dacia Maraini; Kamera: Tonino Delli Colli; Schnitt: Ruggero Mastroianni; Musik: Carlo Savina; Darsteller: Ornella Muti, Hanna Schygulla, Niels Arestrup. Italien/Frankreich/BRD, 1984, 35mm, Farbe, 99 min. Italienisch mit engl. UT
 
Anna (Hanna Schygulla) ist PR-Expertin im Einkaufszentrum, das sie mit überdimensionalen Marlene-Dietrich-Büsten auszustatten gedenkt, und lebt in scheinbar harmonischer Beziehung mit Gordon (Nils Arestrup). Doch die Risse werden offenbar, nachdem Anna beim Ausflug in den Großraumdisco-Tempel die schwangere Malvina (Ornella Muti) kennenlernt und mit nach Hause nimmt. Gordon mag sich für einen leidenschaftlichen Romantiker halten, aber er entpuppt sich zusehends als überflüssiges Anhängsel. Ausgerechnet von Exploitation-Produzent Erwin C. Dietrich ließ sich Ferreri jene zwei Filme finanzieren, mit denen er sein Thema der Melancholie nutzlos gewordener Männlichkeit im Angesicht gewandelter Rollenbilder vollends in weibliche Utopien umgestaltete: Nach der historischen Erzählung von Storia di Piera taucht Il futuro è donna vollends in die halluzinatorische Mondlandschaft der 1980er (in spezifisch italienischer Ausprägung) ein – und als Meisterwerk eines Neubeginns wieder auf. (C.H.)
 
Courtesy Cineteca Nazionale