SPK Komplex, 2018, Gerd Kroske

SPK Komplex

Ein Film von Gerd Kroske; Kamera: Susanne Schüle, Anne Misselwitz; Schnitt: Olaf Voigtländer, Stephan Krumbiegel; Musik: Sounding Situations. Deutschland, 2018, DCP, Farbe und sw, 116 min. Deutsch mit engl. UT
 
Einer der wenigen maßgeblichen Beiträge zum '68-Erinnerungsjahr 2018. Am Sozialistischen Patientenkollektiv, 1970 in Heidelberg als antipsychiatrische Therapiegemeinschaft gegründet, lässt sich das Scheitern demokratisierender Impulse an staatlichem und innerem Druck wie unter einem Brennglas studieren. Kroskes Recherche wühlt sich durch Aktenordner, Tonbänder, Fahndungsmappen, Gefängnisarchitekturen und die Waffenvitrinen eines Polizeimuseums, stets der Materialität der Funde verpflichtet. Vor allem aber gelingt ihm ein Film über das Sprechen und Erinnern, der die antihierarchischen Anstrengungen des SPK in seiner eigenen Form ernst nimmt: Die Sprechpositionen – wer war Arzt, Patient, Polizist – stellen sich erst im genauen und situationsoffenen Reden heraus statt über Inserts. (J.S.)
 
In Anwesenheit von Gerd Kroske und Carmen Roll (Protagonistin) am 22. Jänner