Vokzal – Bahnhof Brest, 1994, Gerd Kroske

Vokzal – Bahnhof Brest

Ein Film von Gerd Kroske; Kamera: Dieter Chill; Schnitt: Karin-Gerda Schöning. Deutschland, 1994, 35mm, sw, 91 min. Mehrere Sprachen mit engl. UT
 
Nicht das französische Brest, sondern dasjenige an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen beherbergt den Bahnhof, der von Gerd Kroske und seinem Kameramann Dieter Chill in hinreißenden Schwarzweißbildern porträtiert wird. Ein Durchzugsort, ein Knotenpunkt, an dem sich die kleinen privaten Erzählungen mit der großen Geschichte verzahnen, die angelegentlich durch Archivmaterial von Sowjetzeiten und omnipräsenten Kriegsgräbern beschworen wird. So wechselhaft wie die Historie des Ortes, der im Lauf der Zeit zu diversen Nationen gehörte, sind auch der Duktus und die Hintergründe der Menschen und Situationen, die Kroske einfängt: von den ehemaligen Wehrmachtsoldaten aus Österreich (die über "bolschewistische Hetze" in der örtlichen Faschismus-Aufarbeitung klagen) zu den jungen Heavy-Metal-Fans, von unbeeindruckten Zollkontrolleuren zum singenden Taxifahrer. Ein pulsierender Mikrokosmos, mit majestätischer Ruhe betrachtet. (C.H.)
 
In Anwesenheit von Gerd Kroske und Karin-Gerda Schöning

Courtesy Deutsche Kinemathek