Striche ziehen, 2014, Gerd Kroske

Striche ziehen

Ein Film von Gerd Kroske; Kamera: Anne Misselwitz; Schnitt: Karin-Gerda Schönig; Musik: Klaus Janek. Deutschland, 2014, 35mm, Farbe, 96 min. Deutsch
 
An den Strukturen etwas lesbar machen: In den frühen 1980er Jahren brachten Weimars erste Punks mit dissidenten Graffiti ("Macht aus dem Staat Gurkensalat!") die Ordnungsmacht gegen sich auf. Nach Westberlin übersiedelt, malte die Freundesgruppe 1986 einen weißen Strich quer über die Berliner Mauer, bis DDR-Grenzsoldaten einen von ihnen verhafteten. Die "Aktion weißer Strich" nimmt Gerd Kroske zum Ausgangspunkt, um mit den damals Beteiligten über Spielräume von Handlungsfreiheit zu sprechen. Im Zentrum steht ein Verrat, der erst 2010 bekannt wurde. Einer der Freunde war jahrelang informeller Mitarbeiter der Stasi gewesen. Statt um Abrechnungen geht es um insistierend erfragte Zwischentöne und Brüchigkeiten. Am Ende: kein klärender Schlussstrich, sondern eine Verlängerung der Linie auf neue Mauern. (J.S.)
 
Courtesy Bundesarchiv

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