Marco Ferreri

Marco Ferreri: Il regista che venne dal futuro (Marco Ferreri: Der Regisseur, der aus der Zukunft kam)

Regie: Mario Canale; Drehbuch: Mario Canale, Annarosa Morri; Kamera: Mario Canale, Maurizio Carta, Massimo Coconi, Paolo Mancini, Marcello Rapezzi; Schnitt: Adalberto Gianuario, Alessandro Raso; mit: Michele Placido, Rafael Azcona, Andréa Ferréol, Philippe Noiret, Catherine Spaak. Italien, 2007, DCP, Farbe, 95 min. Italienisch mit engl. UT
 
Mario Canales Dokumentarfilm ist ein liebevoller Tribut an einen der großen Nonkonformisten des Kinos. Am Anfang steht eine Aufnahme von Marco Ferreri, in der er seine Aufgabe als Regisseur erklärt: Sie bestehe unter anderem darin, einer viel zu weich gewordenen Gesellschaft Bauchschläge zu verabreichen. Ferreris Bekenntnis zur ungebrochenen Anarchie als Grundlage der Filmproduktion wird in neu aufgenommenen Interviews und rarem Archivmaterial von vielen Weggefährten geteilt, darunter Stammdrehbuchautor Rafael Azcona, der auch anekdotisch Bestechendes über Ferreris frühe Jahre zu berichten weiß, oder Schauspielstars wie Ornella Muti, Gérard Depardieu und Michele Placido (der auch als Erzähler fungiert). Canale gibt nicht nur einen fundiert recherchierten chronologischen Überblick über Ferreris Werk samt hinreißenden historischen Aufnahmen, etwa der Skandalpremiere von La grande bouffe in Cannes 1973, sondern versucht auch zu ergründen, was das Visionäre von Ferreris Kino ausmacht, sowohl ästhetisch wie auch thematisch: als Regisseur, der zeitlebens Dinge vorwegnahm, die prägend für die Gesellschaft wurden. (C.H.)

In Anwesenheit von Mario Canale