Muerte de un ciclista (Der Tod eines Radfahrers), 1955, J. A. Bardem

Muerte de un ciclista (Der Tod eines Radfahrers)

Regie: J. A. Bardem; Drehbuch: J. A. Bardem nach einem Drehbuch von Luis Fernando de Igoa; Kamera: Alfredo Fraile; Schnitt: Margarita Ochoa; Musik: Isidro B. Maiztegui; Darsteller: Lucía Bosè, Alberto Closas, Otello Tosso. Spanien/Italien, 1955, 35mm, sw, 88 min. Spanisch mit engl. UT

María (Lucia Bosè) und Universitätsprofessor Juan (Alberto Closas) haben eine heimliche Affäre. Bei einem gemeinsamen Ausflug überfahren sie versehentlich einen Radfahrer und begehen Fahrerflucht. Im desillusionierten Bürgerkriegskämpfer Juan regt sich das Gewissen, als er vom Tod des Unfallopfers in der Zeitung liest. Er löst unbeabsichtigt Studentenproteste aus, während María auf den Oberschicht-Partys ihres Gatten von einem Kunstkritiker erpresst wird. Mit Muerte de un ciclista wurde Bardem schlagartig als einer der herausragenden Gegenwartsregisseure entdeckt: Seine Fusion von Noir und Gesellschaftskritik zeigt noch den Einfluss von Antonionis Regiedebüt Cronaca di un amore (dessen Hauptdarstellerin Bosè der Regisseur importierte), aber der avancierte Ästhetizismus mit seinen kühnen Kadragen und decouvrierenden Schnittfolgen offenbart Bardems ureigene Handschrift, ebenso wie die (kaum) verschlüsselte, vernichtende Kritik an einer korrumpierten Gesellschaft. (C.H.)

Einführung von David Asenjo Conde am 28. Februar

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