Un chien andalou (Ein andalusischer Hund), 1929, Luis Buñuel, Salvador Dalí

Un chien andalou (Ein andalusischer Hund)

Regie, Drehbuch: Luis Buñuel, Salvador Dalí; Kamera: Albert Dubergen; Darsteller: Simone Mareuil, Pierre Batcheff, Jamie Miravilles, Salvador Dalí, Luis Buñuel. Frankreich, 1929, 35mm, sw, ca. 18 min. Französische ZT mit dt. UT

L'Âge d'or (Das goldene Zeitalter)

Regie: Luis Buñuel; Drehbuch: Luis Buñuel, Salvador Dalí; Kamera: Albert Duverger; Schnitt: Luis Buñuel; Musik: Mozart, Schubert, Wagner u.a.; Darsteller: Gaston Modot, Lya Lys, Max Ernst. Frankreich, 1930, 35mm, sw, 62 min. Französisch mit dt. UT

Die Wolke durchzieht den Mond, das Rasiermesser zerschneidet das Auge – und der Film explodiert in den Händen des kulturvertrockneten Abendlandes. Der Witz, die Wut und die Wollust von Un chien andalou sind 90 Jahre später nicht mürbe geworden, seine images choques reißen uns immer noch fort in Verstörung, konvulsivische Schönheit und das Reich des Wunderbaren. Das gleiche gilt für Buñuels zweiten Streich, von dem der Regisseur sagte: "L'Âge d'or ist der einzige Film meiner Karriere, den ich in einem Zustand von Euphorie, Enthusiasmus und Zerstörungsrausch drehte, in dem ich die Vertreter der 'Ordnung' angreifen und ihre 'ewigen' Prinzipien lächerlich machen wollte." Eine explosive Aneinanderreihung revoltierender Bilder, die hinterhältig als Dokumentation über Skorpione beginnt und nach surrealer Entgleisung – Erschießen des eigenen Kindes, Bischofsskelette, Statuenzehenlutschen und andere anarchisch-blasphemisch-komische Eskapaden – bei Jesus und den 120 Tagen von Sodom endet. (H. T./C. H.)