Beau travail, 1999, Claire Denis

Beau travail

Regie: Claire Denis; Drehbuch: Claire Denis, Jean-Pol Fargeau, frei nach Motiven aus Billy Budd sowie zwei Gedichten von Herman Melville; Kamera: Agnès Godard; Schnitt: Nelly Quettier; Musik: Eran Tzur; Darsteller: Denis Lavant, Michel Subor, Grégoire Colin, Richard Courcet, Nicolas Duvauchelle. Frankreich, 1999, 35mm, Farbe, 92 min. Französisch mit dt. UT
 
Eine Geschichte aus der Fremdenlegion, frei inspiriert von Melvilles Billy Budd, unterlegt mit Passagen aus Brittens gleichnamiger Oper, choreografiert von Bernardo Montet (der einen Soldaten spielt), aber auch von der virtuosen Kamerafrau Agnès Godard. "Eine einfache Geschichte", sagt der Mann, der sie rückblickend erzählt, und dem man nicht trauen kann: ein ehemaliger Sergeant, der in Marseilles seine Erinnerungen niederschreibt. Vom teils absurden Alltag in der Legion (einheimische Frauen beobachten die Soldaten bei ihren Verrichtungen und ihrem Drill unter gleißender Sonne und lachen unergründlich). Und von seiner Hassliebe zu einem nahezu perfekten Legionär, die schließlich zu seiner Entlassung führte. Ein rätselhaftes, hermetisches und berauschendes Bildgedicht, in dem zwischen kleinen und großen Ereignissen nicht unterschieden wird: Sie gehören zum Fluss der Farben, Formen, Körper, der sich am Ende in einem ekstatischen, spastischen Tanz entlädt. Ein Meisterstück im schillernden Œuvre von Claire Denis. (C.H.)