The Red Shoes, 1948, Michael Powell & Emeric Pressburger (Foto: Park Circus)

The Red Shoes

Regie, Drehbuch: Michael Powell & Emeric Pressburger nach dem Märchen von Hans Christian Andersen; Kamera: Jack Cardiff; Schnitt: Reginald Mills; Musik: Brian Easdale; Darsteller: Anton Walbrook (i.e. Adolf Wohlbrück), Moira Shearer, Marius Goring, Ludmilla Tchérina. GB, 1948, 35mm, Farbe, 133 min. Englisch
 
"I'm against naturalism, on the whole", formuliert Michael Powell sein Glaubensbekenntnis und inszeniert ein Melodram gegen Kleinkrämerei, Dezenz und schnöde Wahrscheinlichkeit mit der Verführungspalette von Technicolor und der Inbrunst des Kinos. Bild der Bilder von Monte Carlo: Aprikosenhimmel über grünseidig dunstigem Meer im Augenlid eines Bogenfensters, eine restlose Künstlichkeit. Ein Melodram, das Hollywood erblassen lässt, gekrönt von der großen, surrealen Ballettsequenz, die das romantische Thema Kunst-Liebe-Tod noch prächtiger stilisiert – in der Ekstase aus taumelndem Aquamarin, Sepia, Safran und Scharlach. Unaufhörlich wechseln Formen, Backgrounds, Bewegungen, die Kamera fällt in den Wirbel ein, beginnt zu pirouettieren, bis Sehnsucht und Fatum in einem vergänglichen, dem Vergehen entrissenen Augenblick eins werden. (H.T.)