Pays barbare (Barbarisches Land), 2013, Angela Ricci Lucchi, Yervant Gianikian

Pays barbare (Barbarisches Land)

Ein Film von Angela Ricci Lucchi und Yervant Gianikian; Musik: Giovanna Marini, Keith Ullrich. FR/IT, 2013, DCP, Farbe und sw, 65 min. Französisch mit engl. UT
 
Pays barbare versammelt Aufnahmen aus den Jahren 1926 bis 1937 und dokumentiert fast ausschließlich Szenen aus dem Zweiten Italienisch-Libyschen Krieg und dem Abessinienkrieg. Diktator Mussolini lässt sich hoch zu Ross von den Kolonialprofiteuren auf dem Weg nach Tripolis feiern, die schwarze Bevölkerung gibt dazu den folkloristischen Aufputz, sie darf in ihrer Tracht marschieren und trommeln. Gianikian und Ricci Lucchi waren vom kolonialen (Eroberer-)Blick im Originalmaterial wohl derart empört, dass sie ihren wütendsten Film machten. Das barbarische Land ist nicht ein Teil Afrikas – wie die Bildunterschriften suggerierten –, sondern Italien mit seinen brutalen Faschisten. Deshalb stellt das Regieduo an den Anfang die schaulustige Menge in Mailand 1945, die sich den makabren Anblick des hingerichteten Duce und seiner Geliebten nicht entgehen lassen will. Auch dabei sind die Kameras mit im Bild. (Brigitta Burger-Utzer)

Spieltermine: