Imitations of Life, 2003, Mike Hoolboom (Foto: Light Cone)

Imitations of Life

Regie, Drehbuch: Mike Hoolboom; Schnitt: Dennis Day, Robert Kennedy, Ross Turnbull, Mark Karbusicky; Musik: Earle Peach. CA, 2003, DCP, Farbe und sw, 71 min. Englisch
 
Schon am Anfang seines beeindruckenden Essayfilms prophezeit Mike Hoolboom "in the future each moment will be photographed / doubled / our bodies will grow transparent ...". Während der (wie immer bei Hoolboom) literarische Text ein Ende der unmittelbaren Erfahrung herbeiruft, verführt die visuelle Ebene mit Filmzitaten aus dem klassischen Hollywoodkino. In zehn Kapiteln geht Imitations of Life der Frage nach, was die Bilderproduktion für uns bedeutet: Beschneidet sie unsere Emotionen oder bereichert sie unsere Suche nach Erkenntnis? Die Vielzahl der filmischen Quellen unterstreicht die Ambivalenz des Themas. Analytische Intelligenz trifft auf prachtvolle, magische bewegte Bilder. Als wollte er das wirkliche Leben nicht draußen lassen, filmt Hoolboom über mehrere Jahre mit einer Super-8-Kamera seinen Neffen Jack und reflektiert dessen und seine eigene Kindheit – immer in Verbindung zu den vorhandenen Aufnahmen. (Brigitta Burger-Utzer)