Terror 2000 – Intensivstation Deutschland, 1992, Christoph Schlingensief (Foto: Viennale)

Terror 2000 – Intensivstation Deutschland

Regie: Christoph Schlingensief; mit: Margit Carstensen, Peter Kern, Susanne Bredehöft. DE, 1992, 75 min, OmeU
 
Davor:
Die Schulklasse Christoph Schlingensief. BRD, 1969, 13 min. OmeU
 
Danach:
ZAK – Nazis vom Mars Thomas Menke, Christoph Schlingensief. DE, 1991–93, 5 min. OmeU
 
Nach Das deutsche Kettensägenmassaker und 100 Jahre Adolf Hitler ist dies der dritte Teil einer so genannten Deutschland-Trilogie, die wie vieles von Schlingensief Anfang der 1990er gegen das neue deutsche Selbstbewusstsein alpträumte. Nach dem Wiedervereinigungshorror und den Streichen der Neuen Rechten hier also die gewaltgeilen Spiele der Massenmedien. Deren Rummel rund um das Gladbecker Geiseldrama lässt grüßen in diesem "Schlachtengemälde" (Michael Althen), über das Christoph Terhechte schrieb: "Die erste annähernd naturalistische Darstellung des Abgrunds aus bösen Umtrieben und gemeinem Schwachsinn." (C.P.)

Die Schulklasse: Nach akribischem Studium des amerikanischen Stummfilms (damals im deutschen Fernsehen: "Väter der Klamotte") und vermutlich einiger Komödien mit Louis de Funés legt Christoph Schlingensief mit gerade mal 9 Jahren das frühreife Porträt eines altklugen Lehrers vor. Natürlich kümmert er sich persönlich um alles, wie der Nachspann betont: Buch, Regie, Kamera. Schnitt und Schauspiel. Und alle Freund*innen und Familienmitglieder machen glücklich mit. Ein Film wie Sommerferien mit ganz viel Spaß.

ZAK – Nazis vom Mars: Eine Gelegenheits- und Auftragsarbeit für das TVPolitik- und Satire-Magazin "ZAK", in der Schlingensief vortrefflich vorführt, was es heißt, ein Format mit individueller Handschrift anzureichern. Die fröhliche proletarische Paranoia auf dem Marktplatz, die da schwungvoll Blüten treibt, passt gut in seine deutschen Fieberträume. Gerne hätte er auch einmal einen TATORT gedreht. Die Frage, wer dort wie und durch wen, wenn überhaupt ums Leben gekommen wäre, beschäftigt – Achtung, Witz! – Heerscharen von Exegeten.

Spieltermine:

Di 27.10.2020 21:00
download iCal
Während der Viennale von 23.10. bis 1.11. sind keine Reservierungen möglich, es gelten gesonderte Ticketregelungen. Tickets sind ausschließlich an Viennale-Kassen, per Telefon 01/526 594 769 oder unter www.viennale.at erhältlich.