Wien Retour, 1983, Ruth Beckermann, Josef Aichholzer

Wien Retour

Ein Film von Ruth Beckermann und Josef Aichholzer; Kamera: Tamas Ujlaki, Bernd Neuburger, Bernhard Watzek, Gerd Broser; mit: Franz West. AT, 1983, 16mm, Farbe und sw, 95 min. Deutsch mit engl. UT
 
Davor:
Einleitung zu Arnold Schoenbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene Jean-Marie Straub, Danièle Huillet. BRD, 1973, 16mm, Farbe und sw, 16 min. Deutsch
 
Erster Teil einer Trilogie von Filmen über jüdisches Leben – und ein Wendepunkt in Ruth Beckermanns Schaffen. Zum ersten Mal entsteht hier in Ansätzen jener spezifische Zeitteppich, der ihre Arbeit von nun an prägen wird – ein Weben und Schweben zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Franz West, ehemals Weintraub, teilt seine Erfahrungen als Sozialist und Jude in Wien, von 1924 bis 1934. Der Film verwandelt dies in eine zwischen Subjektivität und präziser Reflexion aufgespannte Erzählung, sprachlich bezwingend beschworen von der Stimme eines Einzelnen, verwoben mit fotografischen und filmischen Dokumenten – von der Arbeiterbewegung des Roten Wien, dem Aufstieg des Faschismus und der Flucht ins Exil. Ausschnitt aus der Biografie eines Menschen und einer Stadt. (A.B.) Als Vorspiel läuft auf Wunsch von Ruth Beckermann Huillet/Straubs agitatorische Arbeit zu Musik, Geschichte und Verdrängung: eine kontrapunktische Meister-Miniatur.
 
Anschließend Ruth Beckermann im Gespräch mit Renata Schmidtkunz