Tampopo, 1985, Itami Jūzō

Tampopo

Regie, Drehbuch: Itami Jūzō; Kamera: Tamura Masaki; Schnitt: Suzuki Akira; Musik: Murai Kunihiko; Darsteller: Yamazaki Tsutomu, Miyamoto Nobuko, Yakusho Kōji, Watanabe Ken. JP, 1985, 35mm, Farbe, 114 min. Japanisch mit dt. UT
 
Kein anderer Film hat die inzwischen längst zur Hochglanz-Marktnische gewordene, dabei fast immer missverstandene Verbindung von Essen und Kino so schlüssig in Bilder gefasst. Tampopo hingegen ist ein Hohelied auf beides, weil es Regisseur Itami Jūzō gelingt, die Kostbarkeit und Köstlichkeit eines perfekt zusammengesetzten Mahls in ein ebenso rundes Filmerlebnis zu verwandeln: Die Kabinettstück-Szene zu Anfang, in der eine Anleitung für das korrekte Genießen einer simplen Nudelsuppe magische Befriedigung verschafft, verkörpert schon den ganzen Zauber dieses komischen und kulinarischen Wunderwerks. Der Handlungsvorwand ist die auch nicht vor Betriebsspionage zurückschreckende Jagd nach einer Methode, Ramen makellos zuzubereiten, bereichert um unerwartete Anekdoten zu Essen, Liebe und geteilten Gefühlen – gebündelt im Kino. Eine Hymne auf menschliche Gemeinschaft, die durch diese glückvollen Verbindungen allen Anfeindungen zu trotzen lernt. (C.H.)