Garten, 2015–19, Peter Schreiner

Garten

Ein Film von Peter Schreiner. Darsteller: Giuliana Pachner, Awad Elkish, Hermann Krejcar, Sandu Petre Boitan, Omar Taha. AT, 2015–19, DCP, sw, 136 min. Dt. OmeU
 
Ich erinnere mich nicht daran, jemals einen Film gesehen zu haben, der so sehr Film ist und gleichzeitig so sehr nicht (mehr) Film ist, sondern etwas, das sich mir beim Erleben direkt, unmittelbar einprägt, wie im Traum. Garten ist von einer derart komplexen filmischen Struktur, die auf allen filmischen Ebenen wirkt, und zwar derart "schnell", dass ich mich dem direkten Erleben nicht entziehen, sondern mich ihm "bedingungslos" hingeben konnte, musste, durfte. Garten ist das traumhafteste je im Kino Erlebte. Peter Schreiner ist es gelungen, eine filmische Sprache zu finden, die direkt das Unbewusste anspricht, es animiert, "zur Sprache bringt". Das tut die sanfte Bewegung, das Gleiten der Kamera, das tut die "Nacht", das tut das künstliche Licht, das tut die gesprochene Sprache, die nie ganz ausspricht, was ohnehin nicht auszusprechen ist. Das tut der Ton, der so "nicht in der Welt" ist, der so nur im Traum erscheint, und das tun die Akteure! Ich neige zu Superlativen, wenn ich an sie denke. Ich liebe sie alle, in ihrer "Unvollständigkeit", in ihrer oftmals Unbeholfenheit, in ihrem Suchen nach den Worten, nach den Gesten, den Haltungen, für ihre Gefühle, für das oft eben Unaussprechliche, in ihrem Ringen um etwas Fassbares, Haltbares, um das Gemeinsame oder auch nur um die Illusion dessen. (Michael Pilz)
 
In Anwesenheit von Michael Pilz und Peter Schreiner