Dream Work, 2001, Peter Tscherkassky

Programm 2: Traum und Kunst

Le Retour à la raison Man Ray, FR, 1923, 35mm, sw, 3 min
Dreams That Money Can Buy Hans Richter. Mitarbeit: Fernand Léger, Alexander Calder, Marcel Duchamp, Max Ernst, Man Ray, Hans Arp, US, 1947, 16mm, Farbe, 82 min. Englisch
Homage to Jean Tinguely's 'Homage to New York' Robert Breer, US, 1960, 16mm, sw, 10 min
Dream Work Peter Tscherkassky, AT, 2001, 35mm, sw, 11 min
 
Der bedeutende deutsche Künstler und Dadaist Hans Richter etablierte sich in den 1920ern als einer der führenden Theoretiker und Praktiker des abstrakten Films. Erst nach der Emigration in die USA entstand sein erster Langfilm: Für Dreams That Money Can Buy bündelte er sieben "innere Visionen" von sich und Kollegen – darunter Koryphäen wie Max Ernst und Alexander Calder sowie die drei anderen Zentralfiguren des absoluten Films der 1920er: Man Ray, Marcel Duchamp und Fernand Léger – zum außergewöhnlichen Kunststück zwischen Proto-Noir-Traumspiel und artistischer Abstraktion. Die ungewöhnliche Musik (von Größen wie Paul Bowles, John Cage und Edgar Varese) verstärkt die eigenwillige Wirkung der von den jeweiligen Künstlern ganz unterschiedlich angelegten Episoden. Richters originelles Filmexperiment wird von verwandten Arbeiten gerahmt: So finden die Mobiles des Kinetikers Calder ein Echo in Robert Breers Dokument einer sich auflösenden Skulptur von Jean Tinguely. Ein zentraler Vorläufer der surrealistischen Poesie von Richters Kollektivkunstwerk (und nicht nur seines eigenen Beitrags) ist Man Rays wegweisender Kurzfilm Le Retour à la raison mit seinen animierten "Rayographien", die Peter Tscherkassky fast acht Dekaden später für die Dunkelkammer-Poesie seines erotisches Traumbilds Dream Work wieder aufgegriffen und in eine neue Form gebracht hat. (C.H.)

Einführung von Christoph Huber